Archive for the ‘Filme’ Category

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Inglourious Basterds

2009/09/29

Die Handlung: mehr von den Basterds wäre mehr für den Film

Zunächst einmal: Inglorious Basterds ist, wie alle Tarantino-Filme, ein sehr guter und sehr unterhaltsamer Film. Gute Schauspieler, eine gute Handlung, viele Dialoge und trotzdem Action. Schöne Kulissen und schöne Musik.

Und doch: obwohl die Inglorious Basterds titelgebend für den Film sind, stehen sie doch nur zum Teil im Mittelpunkt der Handlung. Sehr viele von ihren Akivitäten bekommt man insgesamt leider nicht zu sehen. Der zweite Handlungsstrang der Jüdin Shosanna, die unter einer anderen Identität in Paris ein Kino betreibt, in welchem sich zahlreiche Nazi-Größen zu einer Filmpremiere treffen wollen, hätte für meinen Geschmack etwas mehr in den Hintergrund treten können. Mehr von den Basterds hätte dem Film besser getan.

Schade ist, dass einige Punkte der Handlung nicht erklärt wurden: wie Shosanna an das Kino kam, warum Hugo Stiglitz Nazis umgebracht hat, warum Bridget von Hammersmark eine Doppelagentin ist (und wie eine Schauspielerin eine Doppelagentin sein kann) oder einfach, was die Basterds so außergewöhnlich macht, dass sie so erfolgreich so viele Nazis umbringen können.

Englisch, Deutsch, Französisch

Ich oute mich hier mal als allgemein eher einen Freund der Synchronisation von Filmen. Jedoch ist in diesem Fall unbedingt zu raten, sich die Originalversion anzusehen. Der Film ist auf Deutsch, Englisch und Französisch (und ein paar Sätze Italienisch) gedreht. Für die verschiedenen Rollen wurden stets Muttersprachler besetzt. In der deutschen Version sind die englischen Passagen synchronisiert (die französischen bei beiden untertitelt).

Jedoch lebt der Film gerade von seiner Mehrsprachigkeit und den Schauspielern aus unterschiedlichen Ländern. Der absurde Akzent von Brad Pitt und gerade die aberwitzigen Szenen, wo die Amerikaner (kläglich) versuchen, etwas einigermaßen Italienisch klingendes herauszubekommen oder die Szene, in der der leichte Akzent des Engländers Lt. Archie Hicox einen SS-Offizier misstrauisch macht, sind große Stärken des Films und dürften kaum adäquat in der Synchronisation wiederzugeben sein.

Die Schauspieler

Wie erwähnt fällt Brad Pitt als Aldo the Apache v. a. durch einen herrlich übertriebenen Akzent auf. Sein Schauspiel aber wirkt dann doch an manchen Stellen vielleicht etwas zu übertrieben. Die anderen Basterds, u. a. Eli Roth, agieren insgesamt eher etwas unauffällig. Til Schweiger hat zum Glück nicht so viele Sprechszenen ;-) und kommt dadurch ganz gut rüber. Auch Gedeon Burkhard kann überzeugen.

Mélanie Laurent, die Shoshanna Dreyfus spielt, ist für mich insgesamt ganz gut, aber nicht wirklich hervorragend. Michael Fassbender macht seine Sache ok. Diane Kruger, die ich sonst nicht unbedingt für eine sehr gute Schauspielerin halte, wirkt hier aber in den ersten Szenen (in dem Keller) recht gut, wird danach aber (z.B. in den englischen Szenen mit einem merkwürdig-falschen deutschen Akzent) schwächer.

In den Nebensrollen gefällt mir Daniel Brühl als Fredrick Zoller nicht so sehr (ok, seine Figur finde ich auch nicht sympathisch). Sehr gut agiert aber wiederum meiner Meinung nach August Diehl  als Dieter Hellstrom, der dabei an Christopher Walken erinnert. Sylvester Groth sieht zwar seit „Mein Führer“ seiner Rolle Joseph Goebbels immer noch nicht ähnlich und macht auch hier einen furchtbar falschen rheinischen Akzent nach, jedoch kommt seine schmeirige Art schon sehr gut rüber. Martin Wuttke liefert eine passende Karrikatur von Adolf Hitler (ich finde ja die Szenen, wo er diesen Königsumhang trägt, immer noch eine gute Satire). Auch in vielen anderen kleineren Rollen sind mal deutsche Schauspieler in Hollywood zu sehen, die durchaus sicher agieren.

Im Gedächnis bleiben wird auch noch Mike Myer als britischer General. Rod Taylor hat einen leider nur sehr kurzen Auftritt als Winston Churchill. Nicht gefallen hat mir Denis Menochet als Perrier LaPadite (Milchbauer in der Anfangsszene).

Schließlich natürlich Christoph Waltz als Hans Landa. Er spielt in vier Sprachen und er kann in jeder überzeugen. Für diese Verkörperung seiner Rolle hat er tatsächlich eine Oskarnominierung verdient.

Die Rollen und Tarantinos Manierismen

Apropos die Rolle Hans Landa: Tarantino meint, dass diese die großartigste Figur, die er je geschrieben hat, sein könnte.  Doch ist diese Figur eine wirklich neue in Tarantinos Filmen? Ich denke nicht. Für mich steht sie vielmehr in ihren Eigenschaften und ihrem Verhalten in einer Reihe mit Figuren aus den meisten Filmen, die Tarantino geschrieben oder bei denen er Regie geführt hat: Mr. Blonde (gespielt von Michael Madsen) in Reservoir Dogs, Vincent Coccotti (Christopher Walken) in True Romance, Jack Scagnetti (Tom Sizemore) in Natural Born Killers, O-Ren Ishii (Lucy Liu) in Kill Bill oder (schwächer) Jules Winnfield (Samuel L. Jackson) in Pulp Fiction. All diese Figuren sind (zuerst) vordergündig sehr ruhig und cool, manchmal auch freundlich und nett, teilwiese höflich und kultiviert, um dann plötzlich höchst aggressiv auszubrechen, Menschen zu foltern, zu erschießen, zu erwürgen oder zu köpfen.

Und auch bei den anderen Rollen sehe ich in Tarantinos Filmen gewissermaßen einen Trend zur Annäherung der Rollen untereinander. Sehr überspitzt könnte man sagen, dass in Inglorious Basterds viele Rollen sich sehr ähnlich verhalten oder sagen wir es so: in einer Situation nahezu das selbe (und auch in der selben Art) sagen würden, wie es auch eine andere Figur machen würde. Gerade eine für Tarantinos Regie charakteristische Weise eines „coolen“, eher langsamen, bedächtigen Sprechens (als sage man gerade das wichtigste auf der Welt – in den meisten Filmen meist aber profaner Inhalte – als Beispiel etwa Harvey Keitel in Pulp Fiction, George Clooney in From Dusk till daw u. a.) nimmt für mich hier etwas überhand. Gerade die Rolle der Shoshanna leidet darunter. Oder auch die Szene in der Kellerkneipe: so cool sie auch ist, ist sie doch deulich unrealistisch (ja, ich weiß, darum geht es in dem Film auch nicht unbedingt): gerade dadurch, dass deutsche Soldaten der 40er in einem Habitus agieren wie vielleicht sagen wir Amerikaner der 90er Jahre.

Kurz: Tarantino übertreibt es mit manchen seiner Manierismen.  Dies hatte in seinem letzten Film Death Proof schon deutlich überhand genommen, den ich für den schwächsten seiner Filme halte. Gerade die Eigenheiten von Tarantinos Filmen haben ihnen ja zu ihrem Kultstatus verholfen, aber er nimmt sich vielleicht dabei doch etwas zu viel heraus, was die Filme schwächt. So auch hier. Ein insgesamt sehr guter Film bekommt damit manchmal doch einen etwas trüben Beigeschmack.

Wenn Gut und Böse verschwimmen

Und dieser zeigt sich besonders drastisch an einer anderen Eigenart von Tarantinos Filmen: dem Verschwimmen von Gut und Böse. Der Hauptschurke Landa hat (v. a. durch die Darstellung von Waltz) einige durchaus charismatische Züge. Die Basterds sind zwar die Helden des Films und zweifelsohne auf der richtigen Seite, sie gehen jedoch auch überaus brutal und sadistisch vor.

Im Film fehlt zudem, bis auf die Eingangsszene und ein paar kurze Worte (z.B. von Aldo an seine Männer) eine Darstellung der abscheulichen Verbrechen der Nazis. So etwas sollte in einem Film über den zweiten Weltkrieg nicht fehlen, gleichwohl, was es für ein Film ist. Falls man von Geschichte absolut keine Ahnung hätte, könnte man sogar zu dem Ergebnis kommen, dass das Vorgehen der Basterds vielleicht übertrieben oder Unrecht ist. Und so hat das auch Tarantino bestimmt nicht gewollt.

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You’re the all-singing, all-dancing crap of the world

2009/09/22

You’re not your job. You’re not how much money you have in the bank. You’re not the car you drive. You’re not the contents of your wallet. You’re not your fucking khakis. You’re the all-singing, all-dancing crap of the world.

Tyler Durden – Fight Club


http://www.youtube.com/watch?v=l4xrIfFeN7Q

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Religulous

2009/08/24

Bill Mahers Religulous – Auszüge vom Beginn und Ende des Films:

http://video.google.de/videoplay?docid=419378659422792803&ei=jOWMSuixG6Ki2AKR_-mcCg&q=religulous+ending

Bill Maher (ab Minute 1:13):

The irony of religion is that because of its power to divert man to destructive forces, the world could actually come to an end.

The plain fact is, religion must die for mankind to live. The hour is getting very late to be able to indulge in having key decisions made by religious people, by irrationalists, by those who would steer the ship of state not by a compass but by the equivalent of reading the entrails of a chicken. George Bush prayed a lot about Iraq, but he didn’t learn a lot about it.

Faith means making a virtue out of not thinking, it’s nothing to brag about and those who preach faith and enable and elevate it are intellectual slave holders, keeping mankind in a bondage to fantasy and nonsense that has spawned and justified so much lunacy and destruction. Religion is dangerous because it allows human beings who don’t have all the answers to think that they do. Most people would think it’s wonderful when someone says “I’m willing Lord, I’ll do what ever you want me to do”. Except that since there are no gods actually talking to us, that void is filled in by people, with their own corruptions and limitations and agendas.

And anyone who tells you they know, they just know what happens when you die, I promise you, you don’t. How could I be so sure? Because I don’t know, and you do not possess mental powers that I do not.

The only appropriate attitude for man to have about the big questions is not the arrogant certitude that is the hallmark of religion, but doubt. Doubt is humble and that’s what man needs to be, considering that human history is just a litany of getting shit dead wrong.

This is why rational people, anti-religionists, must end their timidity and come out of the closet and assert themselves. And those who consider themselves only moderately religious, they need to look in the mirror and realise that the solace and comfort that religion brings you actually comes at a terrible price.

If you belong to a political party or a social club that was tied to as much bigotry, misogyny, homophobia, violence and sheer ignorance as religion is, you’d resign in protest. To do otherwise is to be an enabler, a mafia wife, with the true devils of extremism that draw their legitimacy from the billions of their fellow travellers.

If the world does come to an end here or wherever, or if a glimpse into the future decimated by the effects of religion inspired nuclear terrorism, lets remember what the real problem was, that we learned how to precipitate mass death before we got past the neurological disorder of wishing for it.

That’s it, grow uo, or die!

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Der Kanzler und der Terrorist

2009/08/21

Ok, ein Ausschnitt aus V for Vendetta noch, dann reicht’s aber :-)

Diesmal was Lustiges:

http://www.youtube.com/watch?v=XppeqGaUSlM

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Angriff auf die Freiheit

2009/08/21

Tim Pritlove spricht im Chaosradio Express 135 „Mut zur Freiheit – Ein Versuch den Zusammenhang von Angst, Freiheit, Gesellschaft und Solidarität zu verorten“ mit Juli Zeh und Ilija Trojanow, den Autoren des Buches „Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Recht“:

http://chaosradio.ccc.de/cre135.html (Hier gibt es auch sehr viele weiterführende Informationen)

http://chaosradio.ccc.de/archive/chaosradio_express_135.mp3

Es geht dabei u. a.um verzerrte Wahrnehmung von Bedrohungen; irrationale Ängste der Bevölkerung und wie diese Ängste ausgenutzt werden für den Aufbau einer umfassenden staatlichen Überwachung und Bevormundung, um Großbritannien, wo schon Bagatelldelikte und Ordnungswidrigkeiten mit Anti-Terror-Gesetzen bekämpft werden, um die Gefahr von Massengeiselnahmen in Deutschland und um Schüler, die mit 16 Jahren, statt Partys zu feiern, sich unentwegt Gedanken um berufliche Zukunft, um zukünftige Karrie und ums Geldverdienen machen.

Im Blog vom Chaosradio kann man die Sendung kommentieren.

angriff_auf_die_freiheit

Auszüge aus dem Buch kann man auf Zeitonline unter „Staatliche Überwachung:  Sicherheit total“ und bei Spon unter „Bürgerrechte: Denn sie wissen nicht, was sie tun“ lesen (dort gibt es auch ein Interview mit Juli Zeh). Diese sind auf jeden Fall schon einmal sehr gut, sehr einleuchtend und teilweise, wenn man sich die schon existierenden Ausmaße der staatlichen Überwachung klar macht, erschreckend aufklärend geschrieben. Sie bleiben bei Fakten und schaffen es dennoch, sich sehr zugespitzt auszudrücken.

Ein paar nette Ausschnitte aus dem Buch über Angst, Sicherheit und Freiheit:

(…) Bedrohung ist subjektiv und damit relativ. Sie bestimmt sich nicht im Verhältnis zu einem irgendwie messbaren Gefahrenpotenzial, sondern anhand der Risiken, die jeder von uns wahrnimmt. In einer zunehmend sicheren Welt richtet sich die Angst auf immer kleinere oder unwahrscheinlichere Szenarien. Während etwa die Kriminalität in Deutschland im Bereich schwerer Delikte wie Mord, Totschlag und Vergewaltigung seit Jahren sinkt, sind die Menschen notorisch vom Gegenteil überzeugt. Ähnlich empfand es Donald Rumsfeld, der ehemalige Verteidigungsminister der USA: »Wir sind heute sicherer vor der Bedrohung durch einen großen Atomkrieg (…) und dennoch verwundbarer durch Kofferbomben.«

Großer Atomkrieg versus Kofferbombe: Durch diese Aussage wird klar, dass Sicherheit nichts mit der Größe realer Gefahren zu tun hat. Sicherheit ist keine Tatsache, sondern ein Gefühl. Wer in den letzten Jahren die massenmedialen Hysterien um BSE, Vogelgrippe und natürlich immer wieder Terrorismus mitverfolgt hat, wird nicht auf den Gedanken kommen, dass man die Welt heute als sicherer empfindet als vor hundert Jahren. Dabei standen den Menschen damals zwei Weltkriege bevor, von der Spanischen Grippe, die 25 Millionen Menschen dahinraffte, ganz zu schweigen. Wenn die Politik also behauptet, »Sicherheit« für die Bürger gewährleisten zu wollen, nährt sie einen gefährlichen Irrglauben. Wann wären Sie denn sicher? Wenn es keine Terroristen mehr gäbe? Oder keine Krankheiten? Wenn Sie das Haus nicht verließen? Wenn Sie monatlich 3000 Euro Staatsrente erhielten? Wenn kein Freund Sie verriete, kein Geliebter Sie verletzte? Oder wenn der Tod endlich abgeschafft würde? (…)

Wie hoch liegt seit dem 11. September die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Opfer eines Terroranschlags werden? 0,01 Prozent? Weniger? Mehr? Selbst wenn wir davon ausgingen, die »Kofferbomber von Köln« hätten Erfolg gehabt, bedroht Sie das mit einem Risiko von eins zu vier Millionen. Rund siebenmal wahrscheinlicher ist es, als Kind zu ertrinken. Natürlich kommt trotzdem niemand auf die Idee, Schwimmbäder oder Badeteiche zu verbieten. Aber 76 Prozent der Deutschen geben an, dass sie Angst haben, Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden. (…)

Oder auch über das Verständnis der Politiker von Technik:

Angela Merkel: „Wir werden nicht zulassen, dass technisch manches möglich ist, aber der Staat es nicht nutzt.“

Angela Merkel: „Eigentlich läuft alles ganz prima, aber trotzdem brauchen wir mehr Überwachung.“

Wolfgang Bosbach: „“Online-Durchsuchung, das geht nicht mit Messer und Gabel und auch nicht mit dem Fernglas. Dafür brauchen wir den Einsatz modernster IT-Technik, und da kann eine Mail dafür ein Beispiel sein.“

Und weil’s grade passt, noch zwei Ausschnitte aus V for Vendetta

http://www.youtube.com/watch?v=chqi8m4CEEY

http://www.youtube.com/watch?v=GPfI9oxZuEo

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Che – Revolución

2009/06/29

Am Sonntag habe ich den Film „Che – Revolución“, den ersten von zwei Filmen von Steven Soderbergh über Che Guevara, gesehen.

Etwas enttäuscht war ich schon. Der Film insgesamt ist ganz in Ordnung, aber irgendwie will nicht recht Spannung aufkommen.

Zunächst sieht man, wie Che 1956 in Mexiko Fidel Castro trifft und sich entschließt, an der kubanischen Revolution teilzunehmen. Für mich relativ kurze einzelne Szenen der Revolution auf Kuba zwischen 1956 und Januar 1959, oft einzelne Gefechte u. ä., lassen fast nie eine wirkliche Dramatik entstehen. Zudem sind manche Szenen, die wohl das „Alltagsleben“ der Revolutionäre darstellen sollen, wirklich unnötig. Zwischen diese Szenen sind ein Interview Ches und eine Rede vor der UN in New York 1964 nachgestellt und  in schwarz-weiß hineingeschnitten. Diese geben einige von Guevaras Gedanken recht anschaulich wieder -außer durch diese Aussagen bekommt man insgesamt relativ wenig Einblick in die Beweggründe Guevaras. Jedoch wäre manchmal auch eine kurze Schilderung der Ereignisse zwischen den jeweils im Film dargestellten hilfreich gewesen. Der Film folgt fast ausschließlich Che und seinen Soldaten. Es fehlt die Sicht auf die Gegenseite. Auch wäre es schön gewesen, mehr von den Aktionen Castros zu sehen (auch wenn Che nicht dabei war), allem voran natürlich der Einzug in Havanna. Relativ ausführlich wird die Schlacht um Santa Clara geschildert, der Film endet mit der Fahrt Guavaras nach Havanna am 2. Januar 1959.

Benicio del Toro macht seine Sache als Hauptdarsteller wirklich gut (auch wenn er eigentlich zu alt aussieht). Demián Bichir als Fidel Castro übertreibt etwas in der Gestik (und sieht Castro kaum ähnlich). Überzeugen kann noch Santiago Cabrera als Camilo Cienfuegos, die anderen Darsteller agieren eher unauffällig.

Bei den vielen Kampfszenen und anderen Szenen im Dschungel ist Guevara relativ selten richtig nah gefilmt. Die Schnitte sind typisch für Soderbergh etwas zu hektisch (auch wenn wikipedia sagt : unaufgeregt… hmm….). Schwachpunkt ist die Musik. Langweilige Trommelrhythmen, keine Musik mit Melodien, wenig Wiedererkennungswert. Etwas pathetischer hätte es da schon sein können…

Für Benicio del Toro ist nicht der gewohnte Synchronsprecher (Thorsten Michaelis), sondern Wolfgang Wagner, daher etwas gewöhnungsbedürftig. Die relativ hohe Stimme des Sprechers (Uwe Büschken) für Demián Bichir (Fidel Castro) passt überhaupt nicht, auchstimmen (aufgeregte) Gestik und (gelangweilte) Stimmlage nicht überein (keine guten schauspielerischen Qualitäten des Sprechers).

Dass der Film eine politische Position einnimmt, kann man denke ich nicht sagen. Der Film stellt die historischen Ereignisse weitgehend ohne Wertung dar. Die Figuren sind für mich nicht übertrieben gezeichnet, nicht dämonisiert oder heroisiert – auch wenn man von der anderen Seite wenig sieht. Guevaras Ttigkeit als Arzt, sein Engagement für Alphabetisierung und Bildung sowie soziale Überzeugungen (Beispiel Agrarreform) und der Sinn nach Gerechtigkeit werden ebenso gezeigt wie jedoch auch die negativen Seiten wie Erschießungen oder die Zerstrittenheit einzelner Gruppierungen während der Revolution.

Beim Treffen mit Castro 1956 sagte Guevara, er werde an der Revolution teilnehmen, wenn er sie danach nach ganz Lateinamerika tragen könne. Um das Scheitern dieses Versuchs wird es im zweiten Film „Che – Guerilla“ gehen …