Archive for September 2009

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Erneuerung der SPD?

2009/09/30

Innerhalb der SPD mehren sich die Stimmen nach Erneuerung, basisdemokratischer Umgestaltung und Orientierung nach links.

Die Initiative „SPD erneuern“ der Jusos möchte eine inhaltliche Erneuerung mit einer konsequenten Abkehr von der Agenda 2010, eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte, und eine Orientierung auf Freiheit bei Bürgerrechten und Netzpolitik. Strategisch soll die SPD eine Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke und den Gewerkschaften, anstreben. Außerdem will man eine personelle Erneuerung und organisatorisch mehr innerparteiliche Demokratie erreichen.

Der Aufruf „Ich will meine Partei zurück!!!“ des Juso-Unterbezirks Frankfurt will eine inhaltliche Neuausrichtung, verbunden mit einer personellen Neuaufstellung, bei dem zuerst die Inhalte mittels eines demokratischen und ergebnisoffenen Meinungsbildungsprozess entgegen einem autoritären, intransparenten und erfolglosen Führungsstil der Vergangenheit im Mittelpunkt stehen.

Es ist zu hoffen, dass diese Initiativen Erfolg haben oder zumindest deutlichen Einfluss ausüben werden. Auch ich denke, dass ein Neuanfang der SPD zunächst inhaltlich erfolgen muss, und dass Diskussionen und demokratische Entscheidungswege die „Basta!“-Politk der Schröder-Ära endlich ablösen müssen.

Ob ein wirklicher Neubeginn aber mit Steinmeier, dem Architekten der Agenda 2010, als Fraktionsvorsitzenden und mit Sigmar Gabriel, dem geborenen Machtpolitiker vom Opportunisten-„Netzwerk“, als Parteivorsitzenden zu machen ist, bezweifle ich stark.

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Inglourious Basterds

2009/09/29

Die Handlung: mehr von den Basterds wäre mehr für den Film

Zunächst einmal: Inglorious Basterds ist, wie alle Tarantino-Filme, ein sehr guter und sehr unterhaltsamer Film. Gute Schauspieler, eine gute Handlung, viele Dialoge und trotzdem Action. Schöne Kulissen und schöne Musik.

Und doch: obwohl die Inglorious Basterds titelgebend für den Film sind, stehen sie doch nur zum Teil im Mittelpunkt der Handlung. Sehr viele von ihren Akivitäten bekommt man insgesamt leider nicht zu sehen. Der zweite Handlungsstrang der Jüdin Shosanna, die unter einer anderen Identität in Paris ein Kino betreibt, in welchem sich zahlreiche Nazi-Größen zu einer Filmpremiere treffen wollen, hätte für meinen Geschmack etwas mehr in den Hintergrund treten können. Mehr von den Basterds hätte dem Film besser getan.

Schade ist, dass einige Punkte der Handlung nicht erklärt wurden: wie Shosanna an das Kino kam, warum Hugo Stiglitz Nazis umgebracht hat, warum Bridget von Hammersmark eine Doppelagentin ist (und wie eine Schauspielerin eine Doppelagentin sein kann) oder einfach, was die Basterds so außergewöhnlich macht, dass sie so erfolgreich so viele Nazis umbringen können.

Englisch, Deutsch, Französisch

Ich oute mich hier mal als allgemein eher einen Freund der Synchronisation von Filmen. Jedoch ist in diesem Fall unbedingt zu raten, sich die Originalversion anzusehen. Der Film ist auf Deutsch, Englisch und Französisch (und ein paar Sätze Italienisch) gedreht. Für die verschiedenen Rollen wurden stets Muttersprachler besetzt. In der deutschen Version sind die englischen Passagen synchronisiert (die französischen bei beiden untertitelt).

Jedoch lebt der Film gerade von seiner Mehrsprachigkeit und den Schauspielern aus unterschiedlichen Ländern. Der absurde Akzent von Brad Pitt und gerade die aberwitzigen Szenen, wo die Amerikaner (kläglich) versuchen, etwas einigermaßen Italienisch klingendes herauszubekommen oder die Szene, in der der leichte Akzent des Engländers Lt. Archie Hicox einen SS-Offizier misstrauisch macht, sind große Stärken des Films und dürften kaum adäquat in der Synchronisation wiederzugeben sein.

Die Schauspieler

Wie erwähnt fällt Brad Pitt als Aldo the Apache v. a. durch einen herrlich übertriebenen Akzent auf. Sein Schauspiel aber wirkt dann doch an manchen Stellen vielleicht etwas zu übertrieben. Die anderen Basterds, u. a. Eli Roth, agieren insgesamt eher etwas unauffällig. Til Schweiger hat zum Glück nicht so viele Sprechszenen ;-) und kommt dadurch ganz gut rüber. Auch Gedeon Burkhard kann überzeugen.

Mélanie Laurent, die Shoshanna Dreyfus spielt, ist für mich insgesamt ganz gut, aber nicht wirklich hervorragend. Michael Fassbender macht seine Sache ok. Diane Kruger, die ich sonst nicht unbedingt für eine sehr gute Schauspielerin halte, wirkt hier aber in den ersten Szenen (in dem Keller) recht gut, wird danach aber (z.B. in den englischen Szenen mit einem merkwürdig-falschen deutschen Akzent) schwächer.

In den Nebensrollen gefällt mir Daniel Brühl als Fredrick Zoller nicht so sehr (ok, seine Figur finde ich auch nicht sympathisch). Sehr gut agiert aber wiederum meiner Meinung nach August Diehl  als Dieter Hellstrom, der dabei an Christopher Walken erinnert. Sylvester Groth sieht zwar seit „Mein Führer“ seiner Rolle Joseph Goebbels immer noch nicht ähnlich und macht auch hier einen furchtbar falschen rheinischen Akzent nach, jedoch kommt seine schmeirige Art schon sehr gut rüber. Martin Wuttke liefert eine passende Karrikatur von Adolf Hitler (ich finde ja die Szenen, wo er diesen Königsumhang trägt, immer noch eine gute Satire). Auch in vielen anderen kleineren Rollen sind mal deutsche Schauspieler in Hollywood zu sehen, die durchaus sicher agieren.

Im Gedächnis bleiben wird auch noch Mike Myer als britischer General. Rod Taylor hat einen leider nur sehr kurzen Auftritt als Winston Churchill. Nicht gefallen hat mir Denis Menochet als Perrier LaPadite (Milchbauer in der Anfangsszene).

Schließlich natürlich Christoph Waltz als Hans Landa. Er spielt in vier Sprachen und er kann in jeder überzeugen. Für diese Verkörperung seiner Rolle hat er tatsächlich eine Oskarnominierung verdient.

Die Rollen und Tarantinos Manierismen

Apropos die Rolle Hans Landa: Tarantino meint, dass diese die großartigste Figur, die er je geschrieben hat, sein könnte.  Doch ist diese Figur eine wirklich neue in Tarantinos Filmen? Ich denke nicht. Für mich steht sie vielmehr in ihren Eigenschaften und ihrem Verhalten in einer Reihe mit Figuren aus den meisten Filmen, die Tarantino geschrieben oder bei denen er Regie geführt hat: Mr. Blonde (gespielt von Michael Madsen) in Reservoir Dogs, Vincent Coccotti (Christopher Walken) in True Romance, Jack Scagnetti (Tom Sizemore) in Natural Born Killers, O-Ren Ishii (Lucy Liu) in Kill Bill oder (schwächer) Jules Winnfield (Samuel L. Jackson) in Pulp Fiction. All diese Figuren sind (zuerst) vordergündig sehr ruhig und cool, manchmal auch freundlich und nett, teilwiese höflich und kultiviert, um dann plötzlich höchst aggressiv auszubrechen, Menschen zu foltern, zu erschießen, zu erwürgen oder zu köpfen.

Und auch bei den anderen Rollen sehe ich in Tarantinos Filmen gewissermaßen einen Trend zur Annäherung der Rollen untereinander. Sehr überspitzt könnte man sagen, dass in Inglorious Basterds viele Rollen sich sehr ähnlich verhalten oder sagen wir es so: in einer Situation nahezu das selbe (und auch in der selben Art) sagen würden, wie es auch eine andere Figur machen würde. Gerade eine für Tarantinos Regie charakteristische Weise eines „coolen“, eher langsamen, bedächtigen Sprechens (als sage man gerade das wichtigste auf der Welt – in den meisten Filmen meist aber profaner Inhalte – als Beispiel etwa Harvey Keitel in Pulp Fiction, George Clooney in From Dusk till daw u. a.) nimmt für mich hier etwas überhand. Gerade die Rolle der Shoshanna leidet darunter. Oder auch die Szene in der Kellerkneipe: so cool sie auch ist, ist sie doch deulich unrealistisch (ja, ich weiß, darum geht es in dem Film auch nicht unbedingt): gerade dadurch, dass deutsche Soldaten der 40er in einem Habitus agieren wie vielleicht sagen wir Amerikaner der 90er Jahre.

Kurz: Tarantino übertreibt es mit manchen seiner Manierismen.  Dies hatte in seinem letzten Film Death Proof schon deutlich überhand genommen, den ich für den schwächsten seiner Filme halte. Gerade die Eigenheiten von Tarantinos Filmen haben ihnen ja zu ihrem Kultstatus verholfen, aber er nimmt sich vielleicht dabei doch etwas zu viel heraus, was die Filme schwächt. So auch hier. Ein insgesamt sehr guter Film bekommt damit manchmal doch einen etwas trüben Beigeschmack.

Wenn Gut und Böse verschwimmen

Und dieser zeigt sich besonders drastisch an einer anderen Eigenart von Tarantinos Filmen: dem Verschwimmen von Gut und Böse. Der Hauptschurke Landa hat (v. a. durch die Darstellung von Waltz) einige durchaus charismatische Züge. Die Basterds sind zwar die Helden des Films und zweifelsohne auf der richtigen Seite, sie gehen jedoch auch überaus brutal und sadistisch vor.

Im Film fehlt zudem, bis auf die Eingangsszene und ein paar kurze Worte (z.B. von Aldo an seine Männer) eine Darstellung der abscheulichen Verbrechen der Nazis. So etwas sollte in einem Film über den zweiten Weltkrieg nicht fehlen, gleichwohl, was es für ein Film ist. Falls man von Geschichte absolut keine Ahnung hätte, könnte man sogar zu dem Ergebnis kommen, dass das Vorgehen der Basterds vielleicht übertrieben oder Unrecht ist. Und so hat das auch Tarantino bestimmt nicht gewollt.

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Diese Welt

2009/09/29

Wizo: Diese Welt

http://www.youtube.com/watch?v=UP23UiUojIQ

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Die SPD muss sich neu positionieren – und ein neues Demokratieverständnis entwickeln

2009/09/28

Nach der historischen Wahlniederlage der SPD werden die Stimmen nach einem klaren Schnitt und einer Neuorientierung der SPD immer lauter.

Auf Spon entwickelt der Politikwissenschaftler Fraz Walter einen Fünf-Punkte-Plan für eine neue SPD. Er vergleicht die Wahlniederlage der SPD 2009 mit der von 1953 und fordert einen Neuaufbruch nach dem Muster des Godesberger Programms. Er erachtet folgende fünf Punkte als notwendig:

  1. Die Sozialdemokraten haben endlich anzuerkennen, dass sie weder die Mutter noch die alleinige politische Repräsentanz des Spektrums links von der Mitte sind.

  2. Die Anführer der SPD haben grundsätzlich ihren fatalen, ja entwertenden Umgang mit den eigenen Mitgliedern, Multiplikatoren, Anhängern zu überdenken. Mit Ausnahme der letzten sechs Wahlkampfwochen sind diese Gruppen für die SPD-Spitze nicht mehr wichtig.

  3. Die Kandidaten der Sozialdemokratie sollten künftig durch das Säurebad eines großen demokratischen Nominierungsprozesses gehen müssen.

  4. Die Sozialdemokraten haben zu klären, was sie eigentlich wollen. (…) Will die SPD linke Volkspartei von mittleren und unteren Schichten weiter sein/wieder werden oder will sie als Partei der „neuen Mitte“ den Schwerpunkt auf ressourcenstarke Arbeitnehmer mit Qualifikationsehrgeiz legen?

  5. Die SPD wird diesen Klärungsprozess anders als in früheren Jahren nicht als Scharmützel von Cliquen und Clans führen dürfen, sondern als eine wirklich ernsthafte Auseinandersetzung gesellschaftsbezogener Strömungen. Und zu hoffen ist, dass sie den merkwürdigen Anti-Intellektualismus überwindet, der in den letzten Jahren in dieser Partei um sich gegriffen hat.

Es besteht wohl kaum Zweifel, dass die Wahlniederlage gezeigt hat, dass die Agenda-Politik frühere SPD-Wähler verprellt hat – zu anderen Parteien und v. a. zu den Nichtwählern. Ein Neuanfang kann nur von links erfolgen – mit einer Partei, die soziale Gerechtigkeit will statt nur Chancengerechtigkeit, Keynes statt Friedman, Krieg statt Frieden, Freiheit statt Überwachung. Dabei müssen auch Fehler der Vergangenheit eingestanden werden. Die Politik der Agenda 2010, des Sozialabbau, der heimlichen Beteiligung am Irak-Krieg und des Mitmachens bei den Überwachungsstaats-Phantasien der Union hat abgewirtschaftet. Nur eine SPD, die sich auf ihre sozialen Werte besinnt, die eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik verfolgt, die die Finanzmärkte nicht unreguliert lässt, die eine Friedens- und Umweltpolitik betreibt, hat die Aussicht, der drohenden Politik des ungezügelten Sozialabbaus eine wirkungsvolle Alternative entgegenzusetzen.

Für einen Neuanfang ist außerdem ein neues innerparteiliches Demokratieverständnis nötig. Personelle Entscheidungen müssen konsequent einen demokratischen innerparteilichen Weg durchlaufen.

„Per Akklamation von Jubelpersern sollte man nach diesem Ergebnis nicht Fraktionsvorsitzender werden.“ (Quelle)

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Haben die Mainstream-Medien Angst vor einer linken SPD?

2009/09/28

Teile des Mainstream-Journalismus machen tatsächlich auch jetzt noch weiter mit ihren Kampagnen für ein wirtschaftsliberales Land und dafür, dass möglichst alle Parteien wirtschaftsliberal sein sollten.

Tagesschau.de propagiert TINA („There is no alternative“) zur Agenda-Politik:

tagesschau.de: Wofür ist die SPD bestraft worden?

Niedermayer: Sie hat seit längerer Zeit ein inhaltliches Glaubwürdigkeitsproblem. Das Stichwort in dieser Debatte lautet ja immer „Agenda 2010“. Aber meiner Ansicht nach hat das schon sehr viel früher angefangen, nämlich 1998: Damals hat die SPD den Leuten versprochen, den Sozialstaat umzubauen, ohne dass es den Bürgern wirklich weh tut. Das Versprechen konnte man in der Regierung nicht halten. Die SPD hat durch die Veränderung ihrer Position im Konflikt um den Sozialstaat einen Teil ihrer traditionellen Wähler verloren, ohne dass sie neue Wählerschichten dauerhaft an sich binden konnte.

Die Zeit redet wieder von einer „sozialdemokratischen CDU“ und identifiziert als Hauptursachen der Wahlniederlage der SPD, dass diese „programmatisch und personell ausgelaugt“, überaltert und zerstritten sei. Agenda 2010 oder Hartz IV werden nur am Rande erwähnt. Sie  singt gar einen Abgesang auf sozialdemokratische Politik per se, die durch die Globalisierung obsolet geworden sei. Außerdem finden sich klare Wertungen der Stömungen in der Partei: „moderne Reformpartei“ versus „alte Umverteilungs-SPD“.

„Will die SPD nicht noch tiefer in den Abwärtsstrudel hineingezogen werden, dann muss sie sich einerseits programmatisch von der Linken abgrenzen und andererseits machtstrategisch auf sie zugehen.“

ist schließlich einer der zynischsten Kommentare, die ich zu dem Thema gelesen habe. Eine Agenda-SPD, die nur aus Machgründen mit der Linken zusammenarbeitet, wäre sicher der Gipfel der Verlogenheit und des Verlustes von politischen Werten. Und wem noch nicht klar sein sollte, wo der Zeit-Artikel steht, dem sollte das folgende Zitat hilfreich sein:

„Wenn die SPD hingegen nun versucht, auf den Oppositionsbänken im Bundestag der Linkspartei in Sachen Populismus und haltlose Versprechen Konkurrenz zu machen, könnte sie am Ende endgültig in den Abgrund stürzen. Denn das können Lafontaine und Gysi allemal besser.“

Eine schwache, wirtschaftsliberale Neue Mitte – SPD ist vielen offensichtlich deutlich lieber als eine wirklich linke SPD, die sich auf sozialdemokratische Werte und Wurzeln besinnen und eine Gefahr für den wirtschaftsliberalen Sozialabbau-Einheitskonsens werden könnte.

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Liebe Mainstream-Medien!

2009/09/28

Ihr habt nun die Regierung, die ihr euch gewünscht habt, für die ihr geworben habt, für die ihr Propaganda gemacht habt. Ihr habt es geschafft. Ich möchte Euch hier dafür nicht gratulieren, da ich Eure Mittel in vielen Fällen als unredlich erachte. Aber ich erkenne Euren Sieg an.

Ich möchte Euch nur um eines bitten: könnt ihr nun nicht auch mal wieder wenigstens einigermaßen fair und ausgewogen berichten? Der Aufgabe nachgehen, der der Journalismus einmal verpflichtet war?

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Erste Ergebnisse der Bundestagswahl – eine kurze Analyse

2009/09/27

18.28 Die ersten Prognosen für die Bundestagswahl sind raus. Die SPD hat das schlechteste Ergebnis aller Zeiten eingefahren. Schwarz-Gelb hat nach den bisherigen Ergebnissen auch ohne Überhangmandate eine Mehrheit

Was zeigt dieses Ergebnis? Deutschland zeigt sich gespalten. Als wichtigste Konfliktlinien dieser Lager würde ich v.a. wirtschafts- und sozialpolitische Ansichten ansehen, dazu kommen auch starke Unterschiede etwa im Bereich der Umweltpolitik. Der große Zuwachs der FDP ist sicherlich mit unzufriedenen, sehr stark marktorientierten Unionswählern, denen soziale Zugeständnisse, die die Union in der großen Koalition gemacht hat, zu weit gingen, sowie ihren (unrealistischen) Steuersenkungsversprechen zu deuten. Das Anwachsen der Linken und der Grünen kann klar mit einer Unzufriedenheit über die Politik der SPD der letzten Jahre erklärt werden.

Die Politik der Agenda 2010, des Sozialabbau, der heimlichen Beteiligung am Irak-Krieg und des Mitmachens bei den Überwachungsstaats-Phantasien der Union hat abgewirtschaftet. Nur eine SPD, die sich auf ihre sozialen Werte besinnt, die eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik verfolgt, die die Finanzmärkte nicht unreguliert lässt, die eine Friedens- und Umweltpolitik betreibt, hat die Aussicht, der drohenden Politik des ungezügelten Sozialabbaus eine wirkungsvolle Alternative entgegenzusetzen.

Denn was CDU und FDP vorhaben, haben sie klargemacht. Ein Fortsetzung der Vorherrschaft der Finanzmärkte, eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, starke Einschnitte in soziale Errungenschaften und Arbeitnehmerschutz, den Ausstieg aus dem Atomausstieg, den Abbau der Förderung von Kimaschutz und der Förderung alternativer Energien. Und die FDP hat sich auch schon bereitwillig gezeigt, die Politik von Überwachung und Einschränkung der Bürgerrechte fortzusetzen. Die wenigen verbliebenen Vertreter eines sozialeren Arbeitnehmerflügels der Union werden weiter geschwächt werden, ebenso die Bürgerrechtsliberalen in der FDP.

Für eine starke linke Alternative in der Opposition ist ein klares Bündnis der SPD mit den Grünen notwendig, aber auch mit der Linken. In Brandenburg hat man die Möglichkeit, eine rot-rote Koalition zu bilden. Diese Chance zur Einleitung eine Neuanfangs muss wahrgenommen werden.

18:50 Ein Neuanfang ohne einen personellen Neubeginn ist schwer vorstellbar.

1924: Ach ja, und verfolgt auch mal den Wahlsonntag-Thread beim Spiegelfechter.

19:31: Gysi zeigt sich bereit für Linksbündnis… jetzt kommt es auf die SPD an.

19:43: Auch wenn Steinmeier, Müntefering und Struck sich dagegen wehren: Die SPD braucht jetzt einen strukturellen Erneuerungsprozess.

20:41: Berliner Runde: Es wird klar, dass eine starke gemeinsame linke Opposition nötig und auch möglich ist, wenn man dazu bereit ist. Merkel schweigt sich zu Inhalten und Programmen der kommenden Regierung aus.

20:47: Bei Netzpolitik gibt es einen Kommentar dazu, was man in den Bereichen Netzpolitik und Überwachungsgesetze von einer schwarz-gelben Regierung erwarten kann.

22:33: Anne Will hatte auch schon mal Gäste, deren politische Aktivitäten aktueller waren. Nach der Jubelberichterstattung im zdf allerdings mal relativ ausgewogen.

22:40: Volker Pispers: Die Wahllogik der Deutschen

http://www.youtube.com/watch?v=5C3xkezHEd8

22:53: Spreeblick zur Bundestagswahl

23:06: Der Kommentar des Oeffinger Freidenkers

00:38: So, zum Abschluss des Wahlabends noch das ZDF-Nachtstudio. Dann reicht’s aber.

01:06: ZDF-Nachtstudio übt sich in billig-oberflächlicher Linken-Dämonisierung, pro-FDP-Wahlkampf und „sozialdemokratische CDU“-Märchen (Wenn der Welt-Typ meint, dass die CDU eine sozialdemokratische Partei wär, warum gründet die Spinger-Presse dann nicht ne eigene rechtskonservativ-neoliberale Partei?). Außer Florian Schröder („Der BWL-Bachelor ist definitiv nicht die Lösung“) sehr enttäuschend. Jetzt meint der Welt-Typ, die Linke wäre totalitär (sic!). Das würde wohl so wohl nicht mal jemand aus der CDU oder FDP sagen. Was soll man vom ZDF auch erwarten…?

1:35: Wenn man ne Sendung zur Wahl macht –  wieso lädt man dann nur Leute ein, denen die CDU komplett und die FDP  teilweise zu links sind (und einen Kaberettisten)?! Beende mit einem größeren Unbehagen gegen unsere Journaille als gegen die Wahlsieger diesen Wahlabend …

2:04: Ok, zum Abschluss verweise ich noch auf zwei Beiträge zur Zukunft der SPD: Völliger Realitätsverlust bei Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering (FIXMBR) und Rücktritt! (WEISSGARNIX). Jetzt reicht’s aber für heute …