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Sarrassismus

2010/09/02

Zu Sarrazin wurde dieser Tage schon sehr viel gesagt und geschrieben. Ich möchte aber hier dies nicht wiederholen, sondern nur kurz ein paar Punkte ansprechen, die mir zusätzlich noch erwähnenswert erscheinen. Dabei geht es insbesondere um die Wirkung Sarrazins auf die öffentliche Meinungsbildung und um die Nähe seiner Auffassungen zum Sozialdarwinismus und zur Eugenik.

Sarrazin sage doch nur das, was der kleine Mann auf der Straße denke, hört man oft. Wie so oft wird “der kleine Mann” bemüht, wird von “Denkverboten” gesprochen, wenn man eine Ansicht verbreiten will, für die es keine Belege gibt (“Gefühlt hat er doch Recht!”). Der hier vorgestellte “kleine Mann” aber ist extrem anfällig für politische und mediale Meinungsmache, wie die NachDenkSeiten Tag für Tag eindringlich demonstrieren. Die Presselandschaft in Deutschland ist zweifelsohne neoliberal und eher konservativ geprägt, doch in Fragen der Ausländer- und Intergrationspolitik konnte man, bis auf einige Gossenpostillen, in den letzten Jahrzehnten doch eine eher liberalere, tolerantere Linie erkennen. Doch diese bröckelt immer mehr. Erstmals seit 65 Jahren gibt es dieser Tage auch in der deutschen Presse wieder Veröffentlichungen (wenn auch eher wenige), die offenen Rassismus und Sozialdarwinismus (denn offener, als es Sarrazin macht, geht es in der Tat kaum) beschwichtigen und beschönigen (etwa: der Stil sei nicht angemessen, aber inhaltlich stimme da doch vieles), wenn nicht gar teilweise wieder salonfähig machen wollen. Wenigstens zeigen nun einige ihr wahres Gesicht: Die deutschen Rechtsintellektuellen, wie etwa Broder oder Baring zeigen, dass sie keinesfalls nur, wie sie immer betonen, konservative, liberale oder gar linke Werte verkörpern. In den letzten Tage wurde dann der Öffentlichkeit von vielen Medien eingeredet, dass etwa die Bundesbank Sarrazin nicht rausschmeißen könne – oder solle, und es gab gar die abenteuerliche Behauptung, dass  angeblich große Teile der SPD-Basis auf Sarrazins Seite stünden. Aber selbst wenn sich die Bundesbank doch von Sarrazin trennen sollte, selbst wenn er aus der SPD ausgeschlossen wird: Das Gift, dass er in die Welt gesetzt hat, wird bleiben.

Weiterlesen auf GuardianoftheBlind.de

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9 Kommentare

  1. Applaus, endlich mal ein paar wahre und durchdachte Worte. PS: hab heute gelesen, Sarrazin fliegt aus der Bundesbank, das ist beschlossen, nur das WIE ist ungeklärt, weil sie ihm nicht unnötig Geld in den Rachen werfen wollen etc.


  2. Danke sehr!
    Kannst auch gerne im neuen Blog kommentieren: http://guardianoftheblind.de/blog/2010/09/02/sarrassismus/ ;-)


  3. leider spinnt der Server, daher nochmal hier:
    Supergeil, Thilo ist nicht beonders inthilogent, da gebe ich Dir so was von Recht! und alle alle anderen, die ihn für schlau halten, sind Ithiloten. Aber inthiloektuell ist er auch nicht! Was isser denn? Na? INTHILOTABEL!

    weiter so.
    kannst auch gern mal hier http://musikmussmit.wordpress.com/ vorbeikommen, herzlichst.
    ps: es gibt einen offenen Brief an Frau Sarrazin, musst mal suchen…


  4. Jetzt geht’s wieder.
    Ich werd mal vorbeischauen.
    Kann ich deine Kommentare ins neue Blog verschieben?


  5. klar kannst du.


  6. ja, genau der Brief. von wegen schwere Zeit, beste Wünsche, Verständnis, Deutschland steht hinter Ihnen Bla Bla Bla. Dafür muss man sich einfach fremdschämen und im Strahl kotzen. (Server…)


  7. Hm? Was meinst du mit Server? Geht die andere Seite bei dir nicht?


  8. „Oops! This page appears broken. DNS Error – Server cannot be found.“ wenn ich auf absenden gedrückt habe.


  9. Mit dem Server versuchen wir grade rauszufinden. Es gibt wohl Probleme, wenn man bei URL eine .wordpress.com-Adresse eingibt. Warum auch immer …



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