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Der Hass der amerikanischen Rechten

2009/08/20

Die amerikanische Rechte radikalisiert sich zunehmend in ihrer Ablehnung der Politik und v.a. der Person von Präsident Obama. Immer mehr blanker Hass schlägt ihm entgegen, immer mehr geifernde Wut. Wie tief verbreitet der Rassismus noch (zumindest unterschwellig) wirkt, zeigt sich etwa an der Debatte um Obamas Geburtsort, die von den konservativen Medien verbreitet wird. Ebenso bezeugt sich wiedermal eine verbreitete Islamfeindschaft. Wegen der Konjunkturprogramme (mit denen sich ja sogar George W. Bush zu Ende einer Amtszeit schon den Unmut der marktradikalsten unter den Republikanern zugezogen hatte) und der geplanten Gesundheitsreform wird Obama als „Sozialist“ bezeichnet. Die Krone setzen dem Ganzen die Lügen der Neokonservativen über die Gesundheitsreform auf, die bis zum Vorwurf der Euthanasie gehen und selbst von Ex-Vizepräsidentschaftskandidaten Palin dem amerikanischen Volk aufgetischt werden.

Zu den härtesten und hasserfülltesten Gegenern Obamas gehören, wen sollte es wundern, gering gebildete weiße Amerikaner. Erschreckend ist dann aber, wie diese zunehmend Gewaltbereitschaft signalisieren und schon offen auf der Straße ihre Waffen präsentieren (siehe: Konservative in den USA: Obama, der Nazi-Muslim). Dabei erscheint mir immer wieder erstaunlich, wie radikal und unreflektiert gerade auch die viele der Verlierer des amerikanischen Systems, eben die ungebildeten, gering verdienenden Schichten, dieses System verteidigen und sich gegen Vorhaben der Regierung wenden, die ihre Situation massiv verbessern würde.

Man muss es sich immer wieder vor Augen führen: ein uneingeschränktes Recht auf Waffenbesitzt, Einschränkung bürgerlicher Freiheiten, Folter und Todesstrafe, Durchsetzung amerikanischer Interessen mit Gewalt, keine staatliche Umverteilung und eine so geringe Rolle des Staates in der öffentlichen Daseinsfürsorge wie möglich, das ist die Politik, für die die Gegner Obamas stehen; das Nichtvorhandensein des Klimawandels, Kreationismus und christlicher Fundamentalismus sind die Ideen, an die die meisten von ihnen glauben. Und es gilt sich immer wieder klar zu machen, dass „change“ vielleicht in erster Linie ein Wahlkampfslogan war, dass dieser aber nichtsdestotrotz für die USA und für die Welt unerlässlich zu sein scheint.

UPDATE: Laut einem Bericht des britischen Observer (übersetzt beim Freitag: Es fehlt nur noch der Funke) steigt die Zahl gewaltbereiter rechtsextremer Milizen und auch die Gefahr eines Anschlagen auf Obama durch diese wächst. Diese Welle des Hasses ist nach Ansicht vieler Experten von der republikanischen Kampagne gegen die Gesundheitsreform sowie durch Nazi-Vergleiche konservativer Medien ausgelöst worde.

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6 Kommentare

  1. Oh Gott, so sieht als der neue Untermensch aus: „Zu den härtesten und hasserfülltesten Gegenern Obamas gehören, wen sollte es wundern, gering gebildete weiße Amerikaner.“ Wer dem Führer nicht huldigt muss einfach weiss und dumm sein, oder was?


  2. Hm, erstmal denke ich nicht, das Nazi-Vergleiche hier angebracht sind. So disqualifiziert man sich nur selbst. Ich nehme mal an, mit „Führer“ sei hier Obama gemeint.

    „Wer dem Führer nicht huldigt muss einfach weiss und dumm sein, oder was?“
    Nein, das macht natürlich keinen Sinn. Andersherum wird aber schon eher ein Schuh draus. Zweifellos hat Obama bei den niedriger gebildeten weißen Wählern nicht den besten Stand. Das ist ja einfach Fakt, falls erwünscht kann ich dazu auch noch ein paar Statistiken raussuchen.

    Dass auch Schwarze und auch Gebildete unter den Waffennarren sind, die ihr bestes Stück auf der Straße „aus Protest“ präsentieren müssen (ja, ich weiß, dass sie das dürfen, schließlich könnte jederzeit der König von England vorbeischauen), macht die Sache ja nicht besser. Denn die Sache ist, dass von diesen Gruppen offen Gewaltbereitschaft signalisiert wird. Und hier liegt ein gewaltiger Unterschied zu den Demonstrationen gegen den obersten Feldherrn Bush jr. zu seiner Regierungszeit.

    Eine politische Auseinandersetzung darf und sollte, wenn das nötig ist, auch hart ablaufen. Aber durch Nazi-Vergleiche („Hitler-Muslim“), erfundene Schauermärchen (Palin) oder auch noch so subtile Drohgebärden tragen die Gegner Obamas nicht gerade zu einem politischem Dialog bei.


  3. Okay, ich verstehe: Reflexion oder Diskussion sind hier nicht erwünscht.
    Hier wird einfach alles in einen Pott geworfen: niedriger gebildete weiße Wählern, Waffennarren, Bush-Bashing, Palin-Bashing, jetzt auch noch Phallus-Symbole „ihr bestes Stück“
    Die Tagline dieses Blogs lautet doch „open your eyes“ irgendwas stimmt hier nicht.


  4. Diskussion: gerne.

    Also: ich denke, dass niedrig gebildete weiße Wähler, Waffennarren, und frühere Bush- und 2008 Palin-Wähler oft deckungsgleich sind. Nicht immer, aber ein Trend erscheint für mich unverkennbar. Wenn es da gegenteilige empirische Belege gibt, bin ich gerne bereit, das anzuerkennen.

    P.S.: Und das mit dem Phallusersatz ist schon lange ein beliebtes Motiv aus der Psychologie ;-)


  5. „gering gebildete weiße Amerikaner“, Alta?
    Hamwer auch in Doischland oda wos? Sehsch jede Tag auf Straße, Alta. Wollen auch misch am liebsten voll krass abmurksen, guckst du.


  6. Hm



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